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Speak Netzwerk :
-pray and act-
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Im Folgenden unser Aufruf zu den G8-Gipfel-Protesten,
mit Informationen über G8 an sich,
über unsere geplanten Aktionen und weitere Tips zum Handeln u.a.
„Pray & Act“
ChristInnen nach Heiligendamm
1 Der Herr sagt: »Rufe, so laut du kannst! Lass deine Stimme erschallen wie eine Posaune! Halte meinem Volk, den Nachkommen Jakobs, ihr Unrecht und ihre Vergehen vor! (…) 6 Nein, ein Fasten, wie ich es haben will, sieht anders aus! Löst die Fesseln der Gefangenen, nehmt das drückende Joch von ihrem Hals, gebt den Misshandelten die Freiheit und macht jeder Unterdrückung ein Ende! 7 Ladet die Hungernden an euren Tisch, nehmt die Obdachlosen in euer Haus auf, gebt denen, die in Lumpen herumlaufen, etwas zum Anziehen und helft allen in eurem Volk, die Hilfe brauchen!2 8 Dann strahlt euer Glück auf wie die Sonne am Morgen und eure Wunden heilen schnell; eure guten Taten gehen euch voran und meine Herrlichkeit folgt euch als starker Schutz. 9 Dann werdet ihr zu mir rufen und ich werde euch antworten; wenn ihr um Hilfe schreit, werde ich sagen: Hier bin ich! Wenn ihr aufhört, andere zu unterdrücken, mit dem Finger spöttisch auf sie zu zeigen und schlecht über sie zu reden, 10 wenn ihr den Hungernden zu essen gebt und euch den Notleidenden zuwendet, dann wird eure Dunkelheit hell werden, rings um euch her wird das Licht strahlen wie am Mittag.
(Jesaja 58,1.6-10)
Gott fordert uns auf, unseren Gottesdienst praktisch werden zu lassen, indem wir gegen Entrechtung, Ausbeutung und Verarmung eintreten und uns für Gerechtigkeit einsetzen. Dies beinhaltet der Bibel entsprechend nicht nur Barmherzigkeit im privaten Alltag, sondern auch das politische Eintreten für Gerechtigkeit und das öffentliche Anprangern gesellschaftlicher Sünde als Konsequenzen des Glaubens.
Das Problem mit den G8…
Vom 6.-8. Juni 2007 treffen sich in Rostock Heiligendamm Vertreter der 8 mächtigsten Industrienationen der Welt zu informellen Absprachen über Weltwirtschaft und -politik.
Die G8 ist eine Institution ohne Legitimation.
In den Ländern der G8 (Deutschland, Großbritannien, Frankreich, USA, Kanada, Italien, Japan und Russland) leben zwar nur 13.5% der Weltbevölkerung, aber sie vereinigen 50% des Welthandels auf sich, sowie 60% aller Militärausgaben weltweit. Damit konzentriert sich in diesen Staaten ein Großteil der institutionellen, ökonomischen und militärischen Macht.
Die G8 ist ein Club der Regierungen, die sich anmaßen, Entscheidungen über die Lebensrealität der Menschen des ganzen Erdballs zu treffen. Dabei folgen diese Entscheidungen nicht den Interessen aller Menschen sondern den Interessen der reichen Industrienationen. Die G8 versuchen, ihre Vorteile als im globalen Wettbewerb bevorzugte Investitionsstandorte mit allen Mitteln zu verteidigen und auszubauen. Dies umfasst den einseitigen Abbau aller Markteintritts- und Handelsbarrieren (Zölle, Steuern, markteintrittsbehindernde Gesetze, darunter fallen häufig auch Sozial- und Umweltstandards) vor allem in den Wirtschaftssektoren, in denen die G8 am stärksten sind und eine dementsprechende Bevormundung der wirtschaftlich schwächeren Staaten.
Wir sehen demnach die G8 als Institution, die erstens demokratisch nicht legitimiert ist und die zweitens die bestehende wirtschaftliche und soziale Ungerechtigkeit noch verstärkt.
Die G8 fördern strukturelle Sünde.
Die G8 stehen dabei für eine Politik, die den globalen Konkurrenzkampf aller gegen alle zum Gesetz erhebt (im Gegensatz zum biblischen Prinzip: “Geben ist seliger, denn nehmen.� Apg. 20,35). Damit fördern die Regierungen der G8 strukturell Egoismus und Misstrauen – kurz: die Trennung der Menschen voneinander und von Gott. Die neoliberale Ideologie, die hinter dieser Politik steht, geht im Prinzip genau wie der Darvinismus von dem Gesetz des Stärkeren aus; auch dies steht im absoluten Kontrast zu Gott, der niemanden aufgibt und besonders den Schwachen immer wieder seine Hilfe zusagt.
Wenn die G8 von Schuldenerlass und Hilfsprogrammen für die Armen reden, dann wird verschwiegen, dass Hunger, Armut und die Schuldenfalle Resultate eben dieser Politik sind (volkswirtschaftliche Ausführungen dazu unter: http://www.speak-netzwerk.de). Die Folgen einer immer krasseren Verschärfung des Wettbewerbs sind Sozialabbau, eine immer dramatischere Spaltung zwischen Arm und Reich, Hunger, die Zerstörung der Schöpfung, Terrorismus, Folter und Kriege um den Zugang zu den verbleibenden Ressourcen zu sichern und um im Kampf gegen die Konkurrenten nicht morgen zu den Verlierern zu gehören. So wird global, gesellschaftlich und individuell Existenzangst und Sorge, Mißtrauen und Konkurrenz zum bestimmenden Prinzip, nicht aber Vertrauen, Liebe, gegenseitiges Geben…die Prinzipien Gottes.
Der G8-Gipfel - ein Symbol der Machtdemonstration
Seit Jahren treffen sich die G8 in abgeschotteten Enklaven, geschützt durch einen riesigen Sicherheitsapparat. Entgegen der Proteste 100 000er Menschen aus aller Welt lautet ihre Nachricht: Es gibt keine Alternative zur gegenwärtigen Weltordnung.
Durch gelebte Nächstenliebe und Solidarität, sowie durch Gebet und gemeinsame Aktionen wollen wir diesen Anschein der Alternativlosigkeit durchkreuzen. Wir wollen dem Kampf aller gegen alle die Liebesbotschaft Jesu, die Gerechtigkeit und den Frieden des Reiches Gottes entgegensetzen!
Deshalb rufen wir dazu auf, dem Ruf Jesajas zu folgen und eine laute Stimme zu sein für die, die nicht gehört werden, für die Armen, für die Entrechteten. Wir fordern Christen aller Kirchen und Konfessionen dazu auf, sich einzusetzen für eine Welt, in der alle Menschen ein würdiges Leben führen können, für eine gerechte Verteilung der Reichtümer unserer Erde und für eine Gesellschaft, in der materieller Wohlstand nicht an Wettbewerb und Selektionsprinzipien gebunden sind, sondern für alle da ist.
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Wir rufen dazu auf, Gottes Liebe in dieser Welt Ausdruck zu verleihen durch gelebte Solidarität mit der wachsenden Zahl von Menschen, die in der sog. Dritten Welt aber auch bei uns auf der Schattenseite stehen, die ihre Arbeit, ihr Zuhause, ihre Gesundheit oder ihr Leben verlieren, weil sie für die Profitmaximierung überflüssig sind oder ihr im Wege stehen.
Wir rufen dazu auf, als Christen nicht länger passiv zu bleiben, sondern Stellung zu beziehen gegen eine Weltordnung, in der Trennung, Konkurrenz und Krieg in den gesellschaftlichen Strukturen gefördert und belohnt wird. ChristInnen - auf nach Heiligendamm!
=>Was du tun kannst:
Bete!
Als Netzwerk von Menschen, die Jesus Christus als die Basis und den Ausgangspunkt ihres Handelns in der Welt begreifen, ist es uns wichtig, dass all unser Handeln durch Gebete und intensive Zeiten mit Gott fundiert ist. Gott sagt uns in der Bibel zu, dass Gebet wirklich Politik und Menschen verändern kann und eine reale Macht ist, die in uns und unserer Welt etwas bewirkt (Matth.7,7-11).
Deshalb bete:
Und handle!
Verbreite diesen Aufruf!
Beginne, mit den Leuten deiner Gemeinde gemeinsam nachzudenken über die Möglichkeiten, auch (wirtschafts-)politisch “Salz der Welt” zu sein.
Wir sind gerne bereit, ReferentInnen zu Themen, wie Globalisierung, Neoliberalismus, theologische Grundlagen von politischem Handeln und Wirtschaftsethik, Klimawandel und Umweltpolitik, Armut hier und in der sog. Dritten Welt, Fairer Handel, Alternativen zur neoliberalen Globalisierung u.a. zur Verfügung zu stellen, die bei mehr Informationsbedarf in deiner Gemeinde ( oder Gruppe ) unterschiedliche Veranstaltungen, Workshops, Vorträge, Themenabende durchführen können (mehr dazu bald unter www.speak-netzwerk.de).
Beteilige dich an unseren Vorbereitungen zu den verschiedenen G8-Aktionen. Wir freuen uns über Mitarbeit vorher und während des Gipfels, über Vorschläge und Ideen, über Gebet, über eigene kreative Aktionen von anderen Christen, über Spenden und logistische Unterstützung.
Unterzeichne den christlichen Aufruf zu den G8-Protesten!
Dieser Aufruf von Geschwistern aus verschiedenen Ländern, aber vor allem auch aus Ländern der sog. Dritten Welt, appelliert an alle Christen und Gemeinden, auf dem G8-Gipfel eine öffentlich wirksame und laute Stimme zu sein. Eine Stimme für eine gerechtere Welt, für Frieden, parteilich und solidarisch mit unseren Geschwistern aus den sog. Entwicklungsländern, die die Folgen der neoliberalen Globalisierung oft am stärksten zu spüren bekommen. Dieser Aufruf kann online unterzeichnet werden unter www.itpol.de.
Fair Trade!
Mach dir Gedanken über den Produktionsweg, den die Produkte durchlaufen haben, die du konsumierst und kaufe fair gehandelte Produkte.
Komm zu den Protesten!
Es sind für den G8-Gipfel unterschiedliche christliche Aktionen und Anlaufpunkte angedacht, an denen du dich beteiligen kannst. Über genaue Termine, Inhalte und den Stand der Organisation kannst du dich unter www.speak-netzwerk.de informieren.
christlicher Block auf der Großdemonstration
Es wir voraussichtlich einen christlichen Block auf der Großdemonstration am 02.06.2007 in Rostock geben, der gleichzeitig Treffpunkt zum gemeinsamen Austausch, zu Gebet und zur Planung weiterer gemeinsamen Aktionen sein kann.
Chill-Out- und Gebetszelt
Auf dem Camp soll es voraussichtlich ein Chill-Out- und Gebetszelt geben. Dieses Zelt ist zum einen Anlaufpunkt für ChristInnen und Christen aller Konfessionen. Zum anderen wird es ein Ort sein, um den Menschen zu dienen, die in den Protestaktionen mit hohem persönlichen Einsatz und Engagement für Gerechtigkeit und eine bessere Welt eintreten. Hier sollen sie eine Ruhepol finden, Tee trinken, entspannen, Gebet und Ermutigung bekommen.
Alternativgipfel
Des Weiteren wird es verschiedene christliche Veranstaltungen auf dem Alternativgipfel in Rostock (05.-07.06.2007) geben. Hier geht es darum, Alternativen zur herrschenden neoliberalen Weltwirtschaftsordnung vorzustellen. Wir sind der Meinung, dass wir als Christen eine wirkliche Alternative zum Kampf aller gegen alle in einem Wirtschaftssystems der Konkurrenz gefunden haben, nämlich die Liebe Gottes zu den Menschen, die sich in Jesus Christus am Stärksten zeigt.
Es gibt Christen in unterschiedlichsten Teilen der Welt, die basierend auf dieser Liebe bereits andere Formen des Zusammenlebens und des gesellschaftlichen Handelns leben und darin teilweise jahrzehntelange Erfahrungen haben. Wir wollen in öffentlichen Veranstaltungen diese Alternativen vorstellen und verbinden.
Gottesdienst am 3. Juni 2007 in Bad Doberan
Die Arbeitsgruppe “Gottesdienst und Spiritualität� der evangelischen Landeskirche Mecklenburg plant am Sonntag, den 3. Juni, einen Gottesdienst im Münster von Bad Doberan (fünf Kilometer von Heiligendamm entfernt), der voraussichtlich medial übertragen wird. In diesem Gottesdienst sollen 30.000 Kerzen entzündet werden für die Kinder, die an diesem Tag aufgrund ihrer Armut sterben müssen, weil sie unterernährt sind, kein sauberes Trinkwasser haben oder an vermeidbaren Krankheiten leiden. Wir wünschen uns, dass 100 Gemeinden um Heiligendamm herum (etwa Lübeck bis Greifs¬wald und Ostseeanrainer) je 300 Kerzen aus diesem Gottesdienst mitnehmen und um Heiligen¬damm einen “Heiligen Damm des Gebets� für die arm gemachten Menschen der Welt bilden.
Unterstützung anderer AktivistInnen und Aktionen
An dieser Stelle möchten wir explizit dazu aufrufen, die Aktionen der anderen AktivistInnen zu unterstützen. Wir betrachten uns als Teil der weltweiten Protestbewegung, die gegen eine Globalisierung, die auf dem Recht des Stärkeren beruht, protestiert und für eine Welt des Miteinanders eintritt.
Ziel ist es deswegen nicht, die anderen AktivistInnen gegen ihren Willen mit christlichen Erkenntnissen zu belästigen, sondern gemeinsam mit ihnen für Gerechtigkeit einzutreten. Genau dieses Eintreten für Gerechtigkeit wird die Botschaft des Evangeliums gegenüber den anderen AktivistInnen überhaupt erst glaubwürdig machen und Menschen für Gottes Liebe öffnen. Wir wollen deswegen getreu der Devise: “Predige das Evangelium zu jeder Zeit, wenn nötig, verwende dazu Worte!” handeln.
Wir wollen in Heiligendamm das Evangelium predigen durch Gebet, durch Aktion und durch Achtung denjenigen Menschen gegenüber, die seit Jahren mit hohem persönlichen Einsatz für mehr Gerechtigkeit eintreten.
Dass dabei Jegliche Form der Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres Aussehens, ihrer Herkunft, ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung nicht dem Umgang Jesu mit den Menschen entspricht, ist für uns selbstverständlich.
Kontakt: www.speak-netzwerk.de
Email: speak@speak-netzwerk.de
Abgelegt unter: G8
Ein Kommentar
[…] Heute ist die große Demo in Rostock gegen den G8-Gipfel. Am Mittwoch startet der G8-Gipfel. Am Mittwoch um 18 Uhr gibt es den “Heiligen Damm des Gebetsâ€?. Und dann auch eine Gebetskette. Am Dienstag startet der Alternativgipfel. Schon jetzt gibt es im großen Camp in Reddelich ein Chill-Out- und Gebetszelt des Speak Netzwerks. […]